Dienstag, 14. Januar 2014

Neujahr...


Neues Neujahr oder altes Neujahr? Jedenfalls hatte das hiesige Dorf heute um Mitternacht ein schönes Neujahrsfeuerwerk - nach altem Kalender. Es geht eben nichts über die alten Traditionen, selbst wenn man sie nicht mehr versteht. Von den Altneujahrsfeiernden wird vielleicht kaum jemand den Hintergrund der zwei Neujahre erahnen. Noch weniger womöglich den Streit und sogar die Unversöhnlichkeit, die hinter dieser geschichtlichen Wirklichkeit steht. Dann erscheinen einem auf einmal alle Empfindlichkeiten der Kirchenpolitik wie beschämende Ausuferungen der menschlichen Schwachheit. Vor dem Hintergrund der Menschwerdung Gottes bleiben viele Rechte oder Pflichten sekundär oder sogar respektlos.

Freitag, 3. Januar 2014

Von der Geburt Christi zur Theophanie

Photo: Hosios Lukas - http://12koerbe.de/mosaiken/hlukas.htm
Zuerst ist Gott Mensch geworden aus der Jungfrau Maria, dann hat der Erlöser verborgen, wie es heißt, ein Leben als Mensch geführt, so dass er "Nazarener" und "Sohn des Zimmermanns" genannt wurde, dann hat sich der Sohn Gottes auf den Weg gemacht, um in der Taufe als Gott geoffenbart zu werden.
An diesem Weihnachtsfest kam ein Gruß per Post mit der Überschrift: "Et le Verbe s'est fait - frère." - "Und das Wort ist Bruder geworden." Dieser Satz aus der Feder des Zisterziensers und Märtyrers Christian de Chergé (+ 1996 als Prior der Gemeinschaft von Tibhirine / Notre-Dame de l'Atlas) spielt mit dem französischen Wort "Et le Verbe s'est fait chair" - "Und das Wort ist Fleisch geworden". Es spielt aber auch mit der Unmöglichkeit menschlicher Ausdrucksweise, das Geheimnis von Weihnachten und das Geheimnis der Erlösung überhaupt angemessen in Worte zu fassen. Der Prolog des Johannesevangeliums gibt in der feierlichen Einleitung den Grundgedanken vor, der sich durch das gesamte Evangelium zieht: Christus ist Mensch geworden und hat unter uns gelebt, um unumstößlich und unwiderruflich die Herrlichkeit des Reiches Gottes aufzurichten. Die Wunder und Gleichnisse, das Wirken des Erlösers im kleinen Landstrich zwischen Mittelmeer und judäischer Wüste - alles das ist nicht nur Zeichen der Gegenwart Gottes, sondern Unterpfand seiner Herrlichkeit. Deshalb wurden die Magier aus dem Osten von schier unbändiger Freude erfüllt, als sie den Stern wiedersahen und deshalb hat sich der Erlöser zur Taufe an den Jordan begeben. Und auch, dass der Vater im Hl. Geist dem Sohn ein Zeugnis gibt, das wiederum ganz menschlich ausfällt. Selbst im Aufscheinen der göttlichen Herrlichkeit erniedrigt sich Gott und stellt sich auf Augenhöhe mit den Menschen, damit sie sehen können.     

Samstag, 21. Dezember 2013

Baldige Kanonisation hl. Athoniten

An mehreren Orten im Netz - so etwa HIER - tauchen offiziöse Informationen darüber auf, dass in Kürze einige bekannte Athos-Mönche kanonisiert werden: Zuerst betrifft das V. Paissios, wenig später schließlich die Väter Amphilochios (von Patmos), Sophrony (Schüler des hl. Siluan und Gründer verschiedener Klostergemeinden) und Ephräm (von Katunakia). Die Kanonisation von V. Joseph, dem Hesychasten, wird ebenfalls erwartet.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

De adventu Domini - Ewiges Gedenken

Was heißt "Advent", was kann die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest bedeuten? Es ist wohl die spannungsgeladene Erwartung der Geburt Christi als Mensch und Gott aus der Gottesmutter, die dieser Zeit - mag sie nun länger oder kürzer sein - ihren eigentümlichen Charakter verleiht. Ohne die drängende Erwartung bleibt das Weihnachtsfest ein routinemäßiges liturgisches Hochfest,

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Hl. Spiridon von Trimythont und der Friede Christi

Vigil in der Skite von Mourmelon...
Am 12. Dezember gedenkt die Kirche des hl. Bischofs Spiridon von Trimythont, eines Hirten im eigentlichen Sinne des Wortes, dem im beginnenden 4. Jahrhundert auch der Hirtendienst einer Diözese übertragen wurde. Es ist auch der vierzigste Tag nach dem Tod von M. Olga von Bussy-en-Othe.
Sonderbarerweise erscheinen Entscheidungen, mögen sie noch so gravierend und wichtig sein, im Licht der persönlichen Berufung manchmal ganz anders, als erwartet.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Erzbischof Job von Telmessos - Bischofsweihe


Das französischsprachige Nachrichtenportal "www.orthodoxie.com" hat gestern Abend schon die Photogalerien zur Bischofsweihe von Erzbischof Job von Telmessos HIER zugänglich gemacht (daraus das obige Photo). Ebenfalls veröffentlicht wurde das erste Pastoralschreiben von Erzbischof Job auf der Seite des Erzbistums (russ., franz., engl.). Ad multos annos!

Samstag, 30. November 2013

Der hl. Andreas, der Erstberufene

Der See von Galiläa mit Blick über Kapharnaum nach Bethsaida

Der Festtag des hl. Apostels Andreas ist in diesem Jahr auch der Weihetag von Erzbischof Job von Telmessos, der mit der Leitung des Exarchats der russisch-orthodoxen Gemeinden in Westeuropa betraut wurde. Ein Apostelfest ist immer auch eine Erinnerung an das Geschenk des Glaubens: Die Menschwerdung Gottes und das Leben des Herrn zusammen mit den Aposteln und Jüngern sind für uns ein Vorbild, wie wir leben sollen. Die Gemeinschaft der Heiligen ist Gott sei Dank herausgenommen aus der trocken berechenbaren Zeit. Daher können die Christen ihre Herzen ausrichten auf das Wesentliche,